Hörverlust – ein schleichender Prozess

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Sie merken, dass Sie Ihrem Gesprächspartner nur noch schwer folgen können? Sie haben immer öfter unbeantwortete Anrufe auf Ihrem Telefon?

Dann sollten Sie sich zeitnah einer Kontrolle bei einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt oder einem Akustiker unterziehen. Eine verminderte Hörleistung ist schmerzlos und tritt nicht von heute auf morgen auf. Es ist ein schleichender Prozess. Die Hörleistung nimmt stetig ab, wenn keine Abhilfe in Form einer Hörhilfe erfolgt.

Im Folgenden lesen Sie, wann es ratsam ist, Hörgeräte in Betracht zu ziehen.

Testen lassen – Hörsinn aufrechterhalten

Zuallererst sollten Sie sich die Frage stellen, wann und ob sich ein Hörtest lohnt. Das eigene Empfinden sollte dabei keinesfalls außer Acht gelassen werden.

So können Sie sich vorerst einem Hörtest unterziehen, um einen ersten Eindruck über die Hörleistung zu bekommen, bevor Sie sich zu einem Fachmann begeben. Dieser stellt durch entsprechende Untersuchungen fest, ob eine nur vorübergehende verminderte Hörfähigkeit vorliegt oder Sie in Ihrer Hörleistung dauerhaft eingeschränkt sind und ein Hörgerät brauchen.

Folgende Indizien helfen Ihnen bei der Einschätzung:

– Wenn Sie bemerken, dass Sie während einer Unterhaltung wiederholt bei Ihrem Gesprächspartner nachfragen müssen;

– Wenn sich Ihr Umfeld über den lauten Fernseher oder das zu laute Sprechen beschwert, sollten Sie diese Hinweise ernst nehmen. Dem nahen Umfeld fällt eine solche Auffälligkeit meist zuerst auf;

– Wenn Sie Unterhaltungen nur schwer folgen können und Ihnen an belebten Plätzen schwerfällt, Stimmen aus diesem Rummel zu filtern, weil sich alles gleich laut für Sie anhört. In diesem Fall hat Ihr Gehör nicht mehr die Fähigkeit, den Ursprung der Geräusche richtig zu orten;

– Wenn Sie die Türklingel oder Ihr Telefon nicht mehr hören und Ihre Musikanlage oder den Fernseher immer lauter stellen müssen;

– Wenn Sie im Straßenverkehr nahende Fahrzeuge nicht mehr rechtzeitig bemerken und bei Ihnen dadurch Unsicherheiten im Fahrverhalten aufkommen. Um sich und andere Verkehrsteilnehmer zu schützen, ist eine zeitnahe Abklärung hier besonders ratsam.

Wann muss ich zum Akustiker?

Wenn Sie den Verdacht haben, unter einer verminderten Hörleistung zu leiden, sollten Sie einen Hörakustiker aufzusuchen. Dieser ermittelt durch einen Hörtest, ob Sie an einer Hörminderung leiden. Wenn durch den Hörtest bei einem Akustiker ein Hörverlust festgestellt wurde, sollten Sie anschließend immer einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Dieser kann dann die medizinische Ursache für Ihren Hörverlust feststellen und Ihnen eine Verordnung für ein Hörgerät aufstellen. Sie sollten keine Scheu davor haben, sich einer Testung zu unterziehen und erforderlichenfalls auf Hörgeräte zurückzugreifen. Es gibt keinen Grund, sich alt oder weniger leistungsfähig zu fühlen, denn Sie wissen jetzt, dass eine verminderte Hörleistung von vielen teils nicht beeinflussbaren Faktoren abhängen kann. Beweis dafür sind diejenigen, die seit Kindesalter auf Hörgeräte angewiesen sind und in ihrer Lebensqualität keine Einschränkungen zu verzeichnen haben. Weit weg sind die einst hautfarbenen großen Haken hinterm Ohr. Nutzen Sie die Vorteile einer heute großen Auswahl an bestehenden Hörhilfen. So wie so ziemlich alles kann man auch heute günstiger Hörgeräte im Internet kaufen und dort direkt die Hörgeräte-Preise miteinander vergleichen. Der Befund vom Akustiker ist der erste Schritt in diese Richtung.

Gibt es gesundheitliche Nebenwirkungen, wenn ich kein Hörgerät trage?

Ein vernachlässigter Ausgleich der verminderten Hörleistung kann zu schwerwiegenden psychischen sowie physischen Beeinträchtigungen und somit zur Verringerung Ihrer gesamten Lebensqualität führen. So steigt das Risiko von Sturzunfällen, die Arbeits- und Erwerbsfähigkeit wird stark beeinträchtigt. Auch eine soziale Isolation als Folgeerscheinung wird oft verzeichnet, da Betroffene sich alltäglichen Situationen nicht mehr gewachsen fühlen und dadurch das Selbstwertgefühl sinkt. Je gewichtiger die verminderte Hörleistung, umso mehr steigt das Risiko, an einer Depression zu erkranken. Die ständige Anstrengung, Ihre Umgebung richtig wahrnehmen zu wollen, kann zu einer erhöhten Müdigkeit und Stressanfälligkeit führen. Dies wiederum führt zu einer erhöhten Reizbarkeit.

Wie entsteht ein schlechtes Gehör?

Das Alter, akustische Trauma sowie Infektionen können Auslöser für eine verminderte Hörleistung sein. So nimmt das Hörvermögen ab einem Alter von 50 Jahren ab. Grund dafür sind die in ihrer Funktionsfähigkeit nachlassenden oder gar absterbenden Sinneszellen in der Gehörschnecke. Starke Schallreize wie etwa eine Explosion oder laute Musik mittels Kopfhörer rufen als akustische Trauma Schädigungen der Haarzellen des Innenohrs aus. Daneben können gewisse Erkrankungen wie Borreliose, Mumps, eine Mittelohr- oder Hirnhautentzündung zu einer Hörminderung führen.

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