Igel in Gefahr! Neue Studie enthüllt erschreckende Zahlen

Redaktion

Ein unscheinbarer Held der Nacht: Der Igel

Der Igel, ein Tier, das vielen als putziger Gartenbewohner bekannt ist, steht im Fokus einer neuen, aufsehenerregenden Studie. Die Initiative „Achtung Igel!“ zielt darauf ab, die Gefahren, denen diese stacheligen Geschöpfe im Straßenverkehr ausgesetzt sind, zu dokumentieren und zu reduzieren. Die Studie, die von der BOKU University im Rahmen des Projekts „Roadkill“ durchgeführt wird, startet mit einer Auftaktveranstaltung im Museum Niederösterreich in St. Pölten.

Warum der Straßenverkehr zur tödlichen Falle wird

Für viele Tiere sind Straßen keine Verbindungen, sondern Barrieren. Jährlich fallen tausende Wirbeltiere den Gefahren des Straßenverkehrs zum Opfer. Besonders häufig betroffen sind die beiden heimischen Igelarten in Österreich: der Braunbrustigel (Erinaceus europaeus) und der Nördliche Weißbrustigel (Erinaceus roumanicus). Laut der Roten Liste der IUCN gilt der Nördliche Weißbrustigel als „nicht gefährdet“, während der Braunbrustigel 2023 auf „potenziell gefährdet“ herabgestuft wurde.

Der Straßenverkehr stellt neben Siedlungswachstum und landwirtschaftlicher Intensivierung eine der größten Bedrohungen für Igel dar. Die Initiative „Achtung Igel!“ möchte diese Gefahren sichtbar machen und durch die Mitwirkung der Bevölkerung datenbasierte Schutzmaßnahmen entwickeln.

Historische Hintergründe und der Aufstieg der Citizen Science

Citizen Science, also die Beteiligung der Öffentlichkeit an wissenschaftlichen Projekten, hat in den letzten Jahren erheblich an Bedeutung gewonnen. Diese Bewegung ermöglicht es Bürgerinnen und Bürgern, aktiv an der Datenerhebung teilzunehmen, was nicht nur die Datenmenge erhöht, sondern auch das Bewusstsein für bestimmte Themen schärft. In Österreich wurden bereits knapp 150 der rund 460 vorkommenden Wirbeltierarten im Rahmen des Projekts „Roadkill“ gemeldet.

Die Rolle der Bevölkerung: Jeder kann zum Wissenschaftler werden

Durch die Nutzung der Roadkill-App können Bürgerinnen und Bürger ihre Beobachtungen von überfahrenen Tieren melden. Diese Daten werden anschließend von Expertinnen und Experten ausgewertet. Die App ermöglicht es, den genauen Standort per GPS zu erfassen, was die Analyse und die Entwicklung von Schutzmaßnahmen erheblich erleichtert. Jede Meldung hilft, Wissenslücken zu schließen und Gefahrenstellen für Igel besser zu verstehen.

Ein Blick auf andere Bundesländer: Wie steht Österreich im Vergleich da?

Während Niederösterreich mit fast 2.000 Meldungen eine der höchsten Zahlen an überfahrenen Igeln aufweist, sind andere Bundesländer ebenfalls betroffen. In Oberösterreich und der Steiermark sind ähnliche Initiativen im Gange, um die Auswirkungen des Straßenverkehrs auf heimische Tierarten zu untersuchen. Diese länderübergreifende Zusammenarbeit ist entscheidend, um umfassende Schutzstrategien zu entwickeln.

Die Auswirkungen auf die Bürger: Was kann jeder von uns tun?

Die Teilnahme an der Studie ist nicht nur etwas für Naturliebhaber. Jeder, der ein Smartphone besitzt, kann die Roadkill-App nutzen und so einen wertvollen Beitrag leisten. Diese aktive Beteiligung fördert nicht nur das Umweltbewusstsein, sondern kann auch dazu führen, dass gefährliche Straßenabschnitte entschärft werden. Experten betonen, dass schon einfache Maßnahmen, wie das Anlegen von Unterführungen oder das Anbringen von Warnschildern, die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Tieren erheblich reduzieren können.

Expertenmeinungen: Was sagen die Wissenschaftler?

„Die Beteiligung der Bevölkerung ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Projekts“, erklärt Dr. Amadea Horvath, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit im Museum Niederösterreich. „Jede Meldung hilft uns, ein besseres Bild von den Gefahren zu bekommen, denen Igel ausgesetzt sind. Nur so können wir wirksame Schutzmaßnahmen entwickeln.“

Ein weiterer Experte, Dr. Markus Grünwald von der BOKU University, fügt hinzu: „Der Straßenverkehr ist eine der größten Bedrohungen für unsere heimische Tierwelt. Durch die systematische Erfassung der Daten können wir nicht nur das Ausmaß des Problems, sondern auch die Ursachen besser verstehen.“

Zukunftsausblick: Was wird die Studie bewirken?

Die gesammelten Daten sollen nicht nur zur Forschung und Bewusstseinsbildung beitragen, sondern auch konkrete Schutzmaßnahmen ermöglichen. Dazu gehören der Bau von Wildbrücken, die Einrichtung von Schutzzonen und die Anpassung der Straßeninfrastruktur. Die Ergebnisse der Studie könnten auch in anderen Ländern als Vorbild dienen, um den Schutz von Igeln und anderen gefährdeten Tierarten zu verbessern.

Politische Zusammenhänge: Wer trägt die Verantwortung?

Die Unterstützung durch die Politik ist für den Erfolg solcher Projekte unerlässlich. In Österreich gibt es bereits erste Initiativen, um den Schutz von Wildtieren im Straßenverkehr zu verbessern. Diese müssen jedoch weiter ausgebaut werden, um einen langfristigen Erfolg zu gewährleisten. Die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaftlern, der Politik und der Bevölkerung ist der Schlüssel, um die Lebensräume der Tiere zu schützen und die Biodiversität zu erhalten.

Fazit: Ein kleiner Schritt für den Igel, ein großer für die Natur

Die Studie „Achtung Igel!“ ist ein bedeutender Schritt in Richtung eines besseren Schutzes der heimischen Tierwelt. Durch die aktive Beteiligung der Bevölkerung und die Unterstützung durch die Politik können wir einen Unterschied machen. Jeder kann einen Beitrag leisten, um die Straßen sicherer für Igel und andere Tiere zu machen. Also, laden Sie die Roadkill-App herunter, und helfen Sie mit, unsere stacheligen Freunde zu schützen!