Ein Projekt erobert Wien: „I am good enough“
Im Herzen Wiens wurde ein Projekt ins Leben gerufen, das nicht nur die Stadt, sondern auch die Herzen der Menschen erobert hat. Die Wiener Gesundheitsförderung – WiG zieht eine beeindruckende Bilanz des Projekts „I am good enough. Stark durch vielfältige Körperbilder“, das von 2022 bis 2025 umgesetzt wurde. In einer Welt, die von medialen Schönheitsidealen dominiert wird, hat dieses Projekt es sich zur Aufgabe gemacht, Körperbilder zu hinterfragen und den eigenen Selbstwert zu stärken. Doch was steckt wirklich hinter diesem Erfolg?
Die Idee hinter dem Projekt
„I am good enough“ zielte darauf ab, den Diskurs über medial vermittelte Schönheitsideale anzustoßen. In einer Zeit, in der Instagram, TikTok und Co. den Alltag junger Menschen bestimmen, ist der Druck enorm, einem bestimmten Schönheitsideal zu entsprechen. Hier setzte das Projekt an, indem es über 600 Pädagog*innen, Jugendarbeiter*innen und erwachsene Bezugspersonen in 16 Webinaren und 11 Vorträgen erreichte. Der Bedarf an solchen Formaten ist riesig, wie Dennis Beck, Geschäftsführer der WiG, betont: „Unser Angebot hat gezeigt, wie groß der Bedarf an solchen Formaten ist. Viele Menschen wünschen sich Orientierung, Austausch und konkrete Impulse.“
Die Macht der Medienbilder
Wie konsumieren junge Menschen Medienbilder? Welche Schönheitsideale werden dabei vermittelt? Diese Fragen sind zentral für das Verständnis der psychischen Gesundheit von Jugendlichen. Im Rahmen des Projekts wurden diese Themen in Webinaren und Vorträgen intensiv behandelt. Erwachsene Bezugspersonen wurden darin geschult, Jugendliche zu einem reflektierten Umgang mit Medien zu ermutigen. Doch es ging nicht nur um die Jugendlichen: Auch die Erwachsenen mussten sich mit ihren eigenen Ansichten über Körperbilder auseinandersetzen.
Ein Blick in die Vergangenheit
Der Kampf gegen unrealistische Schönheitsideale ist nicht neu. Schon in den 1990er Jahren begannen Bewegungen, die gegen die von Modezeitschriften propagierten Körperbilder protestierten. Doch mit der Verlagerung auf soziale Medien hat sich die Dynamik verändert. Plattformen wie Instagram haben Schönheitsideale noch zugänglicher, aber auch unerreichbarer gemacht. Diese Entwicklung hat auch in Österreich zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit dem Thema geführt.
Österreich im Vergleich
Während Wien mit „I am good enough“ einen Schritt in die richtige Richtung gemacht hat, sieht es in anderen Bundesländern noch anders aus. In Niederösterreich etwa gibt es ähnliche Initiativen, allerdings in deutlich kleinerem Umfang. Der Fokus liegt hier oft noch stärker auf traditionellen Bildungsangeboten. Ein Vergleich zeigt, dass Wien mit seiner progressiven Herangehensweise eine Vorreiterrolle einnimmt.
Die Auswirkungen auf den Alltag
Für die Bürger Wiens bedeutet das Projekt konkrete Verbesserungen im Alltag. Eltern berichten von einem offeneren Umgang mit ihren Kindern, Lehrer von selbstbewussteren Schülern. „Es ist erstaunlich zu sehen, wie schnell sich das Selbstbewusstsein der Jugendlichen verbessert hat“, sagt eine Lehrerin, die an einem der Webinare teilgenommen hat. Die Reflexion über eigene Körperbilder hat auch bei Erwachsenen zu einem Umdenken geführt.
Zukunftsausblick: Wohin geht die Reise?
Die Wiener Gesundheitsförderung plant, das Projekt fortzusetzen und auszubauen. „Wir haben gesehen, dass der Bedarf da ist, und wir wollen noch mehr Menschen erreichen“, erklärt Dennis Beck. Geplant sind weitere Webinare und Workshops, auch in Zusammenarbeit mit anderen Städten. Die Vision ist klar: Ein Österreich, in dem jeder Mensch das Gefühl hat, „gut genug“ zu sein.
Politische Unterstützung und Finanzierung
Das Projekt wurde aus Mitteln der Agenda Gesundheitsförderung des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz sowie des Fonds Gesundes Österreich finanziert. Diese Unterstützung zeigt, dass auch auf politischer Ebene ein Umdenken stattfindet. Die Bedeutung der psychischen Gesundheit wird zunehmend erkannt, und Projekte wie „I am good enough“ tragen dazu bei, diese Erkenntnisse in die Praxis umzusetzen.
Ein Aufruf zum Handeln
Das Projekt „I am good enough“ ist nicht nur ein Erfolg, sondern auch ein Aufruf zum Handeln. Es zeigt, dass Veränderungen möglich sind, wenn der Wille dazu da ist. Es liegt nun an uns allen, diesen Weg weiterzugehen und ein Umfeld zu schaffen, in dem jeder Mensch seinen eigenen Wert erkennt und schätzt.
Die Wiener Gesundheitsförderung hat mit diesem Projekt einen wichtigen Schritt getan. Jetzt ist es an der Zeit, dass auch andere Städte und Länder folgen. Denn am Ende des Tages sind wir alle „gut genug“.






