Warum Selbstliebe mehr ist als ein Trend
Am 13. Februar, pünktlich zum Internationalen Tag der Selbstliebe, lenkt der Österreichische Bundesverband für Psychotherapie (ÖBVP) die Aufmerksamkeit auf ein oft unterschätztes Thema: die zentrale Rolle der Selbstbeziehung für unsere psychische Gesundheit. Während der Valentinstag von romantischen Beziehungen dominiert wird, fordert der Tag der Selbstliebe dazu auf, den Blick nach innen zu richten. Doch was bedeutet Selbstliebe wirklich, und warum ist sie so wichtig?
Die Bedeutung der Selbstbeziehung
Selbstliebe wird häufig missverstanden. Sie ist kein narzisstisches Konzept oder eine bloße Selbstzuschreibung, sondern die Fähigkeit, sich selbst als inneres Gegenüber wahrzunehmen und zu akzeptieren. Diese innere Beziehung ermöglicht es, affektive Spannungen auszuhalten und das eigene Erleben nicht nur über äußere Rückmeldungen zu organisieren.
„Selbstliebe meint die Entwicklung eines stabilen inneren Bezugsrahmens, in dem der eigene Wert nicht permanent verhandelt werden muss“, erklärt Barbara Haid, Präsidentin des ÖBVP. Diese stabile Selbstbeziehung wirkt als Schutzfaktor in Belastungssituationen und verhindert, dass Menschen in Selbstabwertung oder emotionale Instabilität geraten.
Selbstwert und seine Fallen
Psychotherapeutische Forschung zeigt, dass ein instabiler Selbstwert oft mit einer erhöhten Abhängigkeit von äußerer Anerkennung verbunden ist. Dies führt zu Kränkbarkeit und Schwierigkeiten in der Emotionsregulation. Selbstakzeptanz hingegen fördert die psychische Resilienz, also die Fähigkeit, nach Rückschlägen wieder aufzustehen und gestärkt daraus hervorzugehen.
Oscar Wilde sagte einmal: „Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.“ Dieser Satz beschreibt einen tiefgreifenden Entwicklungsprozess, der in der Psychotherapie nicht auf Selbstoptimierung abzielt, sondern auf die Integration der eigenen Ambivalenzen.
Vergleich mit anderen Ländern
In vielen westlichen Kulturen wird der Selbstwert stark durch äußere Erfolge definiert. Im Vergleich dazu legen asiatische Kulturen oft mehr Wert auf die Gemeinschaft und die Rolle des Einzelnen darin. Diese unterschiedlichen Perspektiven beeinflussen die Art und Weise, wie Selbstliebe wahrgenommen und praktiziert wird.
In Österreich ist das Thema Selbstliebe noch in den Kinderschuhen, doch es gewinnt zunehmend an Bedeutung. Die ÖBVP betont, dass die Auseinandersetzung mit der Frage „Was brauche ich, um mich innerlich sicher zu fühlen?“ ein Wendepunkt in der psychischen Entwicklung sein kann.
Die Auswirkungen auf den Alltag
Ein stabiler Selbstwert bedeutet nicht, sich von anderen zurückzuziehen. Im Gegenteil: Menschen, die sich selbst verlässlich begegnen, können Beziehungen freier gestalten. Sie setzen klare Grenzen, zeigen Offenheit und sind konfliktfähiger. Nähe entsteht nicht aus Mangel oder Angst, sondern aus innerer Verbundenheit.
Der ÖBVP weist darauf hin, dass Selbstliebe ein fortlaufender Prozess ist, der Achtsamkeit und Selbstreflexion erfordert. Psychotherapie kann diesen Prozess begleiten und stabilisieren. Doch wie sieht die Zukunft der Selbstliebe aus?
Ein Blick in die Zukunft
Die Bedeutung der Selbstliebe wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Experten gehen davon aus, dass in einer immer komplexer werdenden Welt die Fähigkeit zur Selbstregulation und innerer Stabilität entscheidend für das Wohlbefinden sein wird.
Ines Gstrein, Vizepräsidentin des ÖBVP, erläutert: „Die Frage, was man selbst braucht, um sich sicher zu fühlen, markiert oft einen Wendepunkt. Diese innere Autonomie ist entscheidend für ein erfülltes Leben.“
Der ÖBVP sieht in der Förderung der Selbstliebe einen wichtigen Schritt zur Prävention psychischer Erkrankungen. In einer Studie aus dem Jahr 2025 wurde festgestellt, dass Menschen mit einer stabilen Selbstbeziehung seltener an Depressionen und Angststörungen leiden.
- Selbstliebe als Schutzfaktor gegen Stress
- Die Rolle der Psychotherapie in der Entwicklung der Selbstliebe
- Langfristige Vorteile für die psychische Gesundheit
Schlussfolgerung
Der Internationale Tag der Selbstliebe ist mehr als ein Anlass zum Nachdenken. Er ist eine Einladung, die Beziehung zu sich selbst zu pflegen und zu stärken. Denn letztlich sind wir selbst unser wichtigster Partner im Leben. Der ÖBVP ruft dazu auf, diesen Tag als Startpunkt für einen bewussteren Umgang mit sich selbst zu nutzen. Denn wie Oscar Wilde bereits wusste: Sich selbst zu lieben ist der Beginn einer lebenslangen Romanze.
Für weitere Informationen besuchen Sie die Webseite des ÖBVP oder nehmen Sie an einem der zahlreichen Workshops und Vorträge zum Thema Selbstliebe teil, die in ganz Österreich angeboten werden.






